Freilichtmuseum Pfahlbau Museum
    Pfahlbauten Weltkulturerbe
Hier klicken für weitere Details
Suche         Facebook-Fan werden Folge uns auf Twitter Folge uns auf Instagram Folge uns auf Google+  
   
     
Öffnungszeiten & Preise
Anfahrt
Infos für Familien
Infos zur Barrierefreiheit
Infos für Lehrer & Schulen
Infos für Reisegruppen
Presse-Infos / Medienbeiträge
Reservierungen/Anfragen
Links
Impressum
Medien Beiträge über die Pfahlbauten


27.02.2008: Neues Schilfdach für älteste Pfahlbauten


Da staunte selbst der routinierte Reetdachdecker Wilfried Preuss (56) aus dem hohen Norden nicht schlecht. "Drei Meter langes Schilf habe ich noch nie gesehen", sagt der Spezialist aus Lüneburg, der seit 30 Jahren Dächer mit dem Naturmaterial deckt und repariert. Doch die Pfahlbauten, über denen er in luftiger Höhe steht, stammen schließlich aus dem Jahr 1922 und waren die Keimzelle des Freilichtmuseums. Damals scheint das Schilf noch eine besondere Qualität gehabt zu haben.

Nicht an allen Stellen hat das Pflanzenmaterial die 86 Jahre gleich gut überdauert. 1976 hatte ein Brand auch einen Firstbereich teilweise zerstört. Deshalb müssen seit Anfang der Woche mit Preuss und seinem Kollegen Olaf Zander (39) zwei Spezialisten ran, um das teilweise durchlässig gewordene Dach wieder abzudichten und fit für die bevorstehende Museums-Saison zu machen. Die beginnt schon in gut zwei Wochen, am 15. März - bis dahin ist das Pfahlbaumuseum nur am Wochenende und für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet.

Früher war das Material der entscheidende Kostenfaktor. Doch das Reet kommt mittlerweile vor allem aus den osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Rumänien, der Ukraine oder Polen. Selbst aus China wird mittlerweile Schilf geliefert. Die ältesten Pfahlbauten werden derzeit mit Bündeln aus Ungarn gedeckt, die vom Plattensee kommen. "Das ist eigentlich schade", findet Museumsdirektor Gunter Schöbel und wünscht sich, dass im Sinne der Nachhaltigkeit auch wieder mehr Schilf aus Deutschland, ja sogar aus der Region zum Einsatz kommen könnte und nicht vor Ort verhäckselt würde. Riedwiesen gibt es schließlich auch am Bodensee zwischen Eriskirch und Wollmatingen genügend, selbst im Naturschutzgebiet der Seefelder Aach in unmittelbarer Nähe der Pfahlbauten könnte es geschnitten werden.



von Hans-Peter Walter
Südkurier, 27.02.08
    Reetdachdecker repariert Reetdach von 1922


 
Datenschutz   Impressum