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11.03.08: Schilf aus Ungarn für Pfahlbauten am See


Letzte Vorbereitungen für die Saisoneröffnung im Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen am Bodensee, dem ältesten archäologischen Freilichtmuseum der Welt: die Schilfdachdecker Wilfried Preuß (56) und Olaf Zander (39) aus der Lüneburger Heide überdecken das Dach eines 85 Jahre alten Gebäudes mit Schilf. Die Bündel kommen aus Ungarn - mangels heimischen Schilfs. Dabei ließe sich deieser jahrtausendelang verwendete Rohstof leicht am Bodensee gewinnen.

Die Monate Dezember und Januar waren früher die Zeit der Schilfernte. Man ging "ins Schilf", schnitt die bis zu drei Meter hohen Schilfrohre ab und band sie zu Garben. Anschließend wurden sie zerkleinert und als Dünger auf die Felder ausgebracht. Die Praxis heute sieht so aus: Große Mähfahrzeuge fahren ins Schilf, häckseln die Rohre klein; sie bleiben liegen und verrotten. Gunter Schöbel, der Leiter des Pfahlbaumuseums, würde die Zeit in diesem Punkt gerne zurückdrehen. Gegenüber dem Regierungspräsidium Tübingen und Naturschützern will er dafür werben, das Ufer wieder nach traditioneller Methode zu bewirtschaften: "Es wäre toll, wenn wir das hinbekämen."

Sein Museum würde heimisches Schilf kaufen; lange Transportwege entfielen. Schilf kommt heute aus Ungarn, der Türkei, aus Polen - oder aus China. Reetdachdecker in Norddeutschland greifen zunehmend auf Schilfrohre aus Fernost zurück. Eine bedauerliche Situation, findet Schöbel. Für Ihn "als Schwaben" und nachhaltig denkenden Museumsdirektor ist klar: "Schilf aus China kommt bei uns nicht aufs Dach." Er denkt an die Energiebilanz. Früher sei es üblich gewesen, Häuser aus den Rohstoffen zu bauen, die man im Umkreis von einem Kilometer findet. Heute werden die Materialien um die halbe Welt transportiert.

Übrigens: Wer den Schilfdachdeckern am Bodensee bei der Arbiet zusehen will, kann dies im Internet tun. Freiluft-Erlebnisse sind vom Samstag an möglich: Bis Oktober hat die originalgetreu nachgebaute Steinzeit-Sidlung täglich geöffnet.

www.pfahlbaucam.de


Stuttgarter Nachrichten

   

Schilfdachdecker bei der Arbeit

 



 
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