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27.01.10 Unterwasser-Welterbe sichtbar machen


Wer das Wort "Pfahlbauten" hört, der denkt an das Museum in Unteruhldingen, das die prähistorischen Bauwerke authentisch nachempfunden hat. Die echten Überreste gibt es im See nicht nur hier, sondern auch bei Sipplingen, Bodman-Ludwigshafen und am Untersee. Im Antrag zur Anerkennung als Weltkulturerbe bei der Unesco stehen hier 150 Areale in sechs Ländern auf der Liste.

Insgesamt sind in dem Dossier zum Antrag auf den Unesco-Titel Welterbe, das am Montag in Bern vorgestellt worden war, Fundstätten in sechs Ländern rund um die Alpen aufgelistet. Von der Schweiz, die federführend ist bei dem Vorstoß, über Frankreich, Italien und Österreich bis Slowenien; in Baden-Württemberg sind es insgesamt 21 Areale am Bodensee und in oberschwäbischen Seen wie dem Federsee.

Dass die Signale aus Paris stets positiv gewesen seien, hatte der Unterwasserarchäologe Helmut Schlichtherle aus Hemmenhofen am Untersee im Vorjahr mehrfach betont. Doch ein Selbstläufer ist die Sache keineswegs. "Die Fundstätten, um die es geht, liegen ja alle unter Wasser und sind dmait zunächst unsichtbar", sagt der Wissenschaftler, der für das Land die Standorte in Baden-Württemberg aufgearbeitet hat, und fügt hinzu:"Das ist für die Unesco vielleicht gewöhnungsbedürftig." Internationale Titel gebe es zwar schon wie der Rhätischen Bahn oder dem architektonischen Erbe von Le Corbussier5, doch 150 Standorte in sechs Ländern - so etwas gebe es bislang nicht. "Denkbar wäre, dass die Unesco eine Reduktion der Zahl wünscht", erklärt Schlichtherle.

Gestern wurde das mehrere Kilo schwere Dossier von den Botschaftern der beteiligten sechs Länder in Paris der Unesco übergeben. Doch nicht nur das Pier werde kritisch durchleuchtet, Beauftragte der UN-Organisaion werden in der zweiten Jahreshälfte Fundstätten vor Ort unter die Lupe nehmen. "Sie passeneigentlich gut in das Profil der Unesco", ist der Archäologe jedoch zuversichtlich. Mit einer Verleihung des Titels rechnet er allerdings nicht vor 2011.

Die zehn Fundstätten am westlichen Bodensee reichen von Öhningen und Gaienhofen am Untersee über Konstanz und Bodman-Ludwigshafen bis nach Sipplingen und Unteruhldingen. Ebenso viele Areale gehören an den Oberschwäbischen See auf die Liste des Welterbe-Antrags. "Das Unesco-Welterbe-Label kann das Bewusstsein um die besondere Bedeutung der Fundstätten in Seen und Feuchtgebieten auch am Bodensee und in den Mooren des süddeutschen Alpenvorlandes stärken". benot Helmut Schlichtherle sicher. "Vor allem für eine zeitgemäße Vermittlung der spannenden Forschungsergebnisse an eine breite Öffentlichkeit sind hier im musealen Bereich neue Impulse zu erwarten."

Dass dies auch für Sipplingen gilt, hatte Schlichtherle im Vorjahr bei einer Bürgerinformation zu diesem Thema deutlich gemacht. Dort ist bisland lediglich die "Sammlung Regenscheit" in der TI zu sehen., wertvolle Funde ruhen noch in Stuttgarter Archiven; zu den jüngsten Funden zählt eine nahzu intakte Steinzeitsandele. Sipplingens Bürgermeister Anselm Neher muss ich indessen auch mit Sorgen der Bürger auseinander setzen. "Ist der Betrieb unseres Osthafens dadruch möglicherweise gefährdet?" sagt er. Doch diese Bedenken habe Helmut Schlichtherle zerstreuen können. " Wenn der Titel Weltkulturerbe verliehen wird", betont Neher, "dann ist ein ganz besonderer Wert, den wir auch für uns nützen wollen." Keineswegs "euphorisch" wolle die Gemeinde zu gegebener Zeit an das Thema heran gehen, doch könne das Attribut "der ganzen Region große Chncen eröffnen".

Eine der im Vorjahr schon mehr als 273.000 Besucher in seinem Museum hatte, ist Direktor Gunter Schöbel in Unteruhldingen. Was verspricht er sich noch von dem besondern Titel?

"Ich bewerte das sehr positiv", sagt Schöbel, der gestern an der Universität Tübingen tätig war. "und denke, dass die Besucher die Wertigkeit der Funde und der Präsentationen noch besser verstehen können." Wichtig sei ihm die Kooperation über die Grenzen hinweg, sagt Schöbel. "Wir sehen uns im Grund schon seit fast 90 Jahren als Schaufenster, um die alte Kultur sichtbar zu machen." Auch sein Museum verstehe die Initiative als Aufforderung, etwas Neues zu präsentieren, erklärte der Direktor. Auf der anderenSeite könne sich der See auch im touristischen Bereich einiges davon versprechen.

Südkurier, 27.01.10 von Hanspeter Walter

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