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30.03.2012: Das Erbe der Pfahlbauer


 

30.03.2012 Von HOLGER KLEINSTÜCK Uhldingen-Mühlhofen.
Rund 1000 Funde aus der Stein- und Bronzezeit, von denen die ältesten über 6000 Jahre alt sind, zeigt das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ab dem heutigen Freitag. Anlass für die Ausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer – Faszination Weltkulturerbe“ ist die vorjährige Aufnahme von 111 prähistorischen Pfahlbau siedlungen in das Weltkulturerbe der Unesco.

„Wir haben das Weltkulturerbe in unser Museum geholt“, sagte gestern Museumsdirektor Gunter Schöbel.

Er machte darauf aufmerksam, dass am Bodensee diesbezüglich seit 164 Jahren geforscht werde. Das unsichtbare Erbe unter Wasser werde durch die Forschung und die Museen sichtbar gemacht. „Wir wollen als Vermittler wirken zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Wir deffrichieren wissenschaftliche Erkenntnisse und versuchen diese in eine Sprache zu übersetzen, die möglichst jeder versteht“, erläuterte der Archäologe seine Aufgabe als Nachlassverwalter, das Ererbte der breiten Öffentlichkeit begreiflich zu machen.

Dass es viel Erbmasse gibt, auch wenn es auf den ersten Blick unscheinbar ist, wird dem Betrachter beim Rundgang durch 160 Quadratmeter Ausstellungsfläche schnell bewusst. Hier gibt es Töpfe, Schalen, Becher, Knochen, Steine und Scherben zu sehen. Aber auch Textilien, organische Reste und viele Perlen. Oder mehrere große Eichenpfähle aus Unteruhldingen-Stollenwiesen, die zu Häusern gehörten, die zwischen 970 und 850 vor Christus errichtet wurden. Diese wurden sorgfältig mit Bronzebeilen behauen – die in der Ausstellung gezeigten Bronzebeile passen genau in die noch gut sichtbaren Schlagmarken. Zugleich zeigt der Zustand der Hölzer, welchen Gefahren diese und die anderen Funde durch die zunehmende Erosion am Bodenseegrund aussetzt sind.

Zu sehen sind ferner Töpfe mit bis zu 140 Liter Fassungsvermögen, von denen noch nicht bekannt ist, ob sie für Wasser oder Getreide dienten oder ob sogar Bier oder Met in ihnen aufbewahrt wurde. Als Exponate dienen auch Werkzeuge aus Knochen und Stein für die Textil- und Lederbearbeitung sowie für den Hausbau, an denen teilweise noch der Herstellungsprozess erkennbar ist. Schöbel: „Zusammen ergeben die einzigartigen Funde ein Bild der materiellen Kultur zur Stein- und Bronzezeit.“ Mit zum Erbe gehörten aber auch das Verständnis und die Verantwortung für diese Kulturreste, so Schöbel, die nach ihrer Bergung nur durch aufwändige Konservierung vor dem Zerfall geschützt werden könnten.

„In zwei Räume haben wir versucht, eine Einführung in das Thema Weltkulturerbe Pfahlbauten und in die Geschichte der Pfahlbauarchäologie zu geben“, so Schöbel. Mit der Ausstellung leiste das Pfahlbaumuseum einen Beitrag dazu, dass die Öffentlichkeit „erkennt und wertschätzt, was diese Auszeichnung bedeutet“. Die Grundlagen für das Weltkulturerbe zeigt außerdem eine kostenlose zusätzliche Ausstellung des Landesdenkmalamtes für Denkmalpflege im Foyer des Pfahlbaumuseums. Diese wird derzeit in mehreren Museen gezeigt und präsentiert die Denkmale, die Fundstellen, den Schutzauftrag und die modernen Forschungsansätze.

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/uhldingen-muehlhofen/Das-Erbe-der-Pfahlbauer;art372496,5442301,2

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