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Pfahlbauten als Weltkulturerbe


UPDATE 27.06.2011:
Die Pfahlbauten sind jetzt UNESCO Weltkulturerbe
Weitere Informationen finden Sie unter
www.Weltkulturerbe-Pfahlbauten.de

 

Unter der Federführung der Schweiz wurde der Antrag auf den UNESCO-Titel „Welterbe“ für die Pfahlbauten in 6 Ländern rund um die Alpen am 26.01.2010 in Paris eingereicht. Die Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien sowie Deutschland versuchen damit die verbliebenen Reste alter Siedlungen aus der Stein- und Bronzezeit zu schützen. Insgesamt sollen in Baden-Württemberg 15 Areale am Bodensee und an den Oberschwäbischen Seen die Auszeichnung erhalten. Zuständig für die originalen Siedlungsreste im See und im Moor sind die Landesämter für Denkmalpflege in allen 6 beteiligten Ländern. Die Museen sind aufgefordert dieses Kulturerbe als Schaufenster der Geschichte zu zeigen. Mit einer Verleihung des Titels wird 2011 gerechnet.

Das Projekt schließt aktuell auf der eingereichten Vorschlagsliste 111 Pfahlbauten mit vorgeschichtlichen Siedlungsresten aus der Zeit von 6.000 – 3.000 Jahren vor heute mit ein. Ihre Besonderheit ist die hervorragende Erhaltung von organischen Artefakten wie Textilien, Resten von Nahrungsmitteln, Gebäuden aus Holz, aber auch zahlreichen Gegenständen des täglichen Lebens und des Handwerks. Dies ist der Lagerung im Seeboden unter Luftabschluss zu verdanken. Nicht ohne Grund wurden daher die Pfahlbauten oder Ufersiedlungen immer wieder als „die Pyramiden Deutschlands und der Schweiz “ bezeichnet.

In Unteruhldingen hat die Forschung in den Unterwassersiedlungen seit dem Winter 1863/64 Tradition. Die auf der Liste stehende größte Bronzezeitsiedlung am Bodensee in Unteruhldingen erbrachte hervorragende Hinweise zur Architektur der späten Bronzezeit um 1.000 v. Chr. und über 1.000 Pfahlbaubronzen, die heute nicht nur in Unteruhldingen sondern auch in Paris, London, St. Petersburg und sogar in Übersee zu bewundern sind. Die ersten flächigen Untersuchungen für den Bodensee fanden in der Anlage 1899 statt. Auch sind hier die ersten taucharchäologischen Untersuchungen kurz nach der Erfindung der Aqualunge durch Jacques Cousteau schon 1955 zu verzeichnen. Taucharchäologische Untersuchungen von 1981-1989 erbrachten schließlich hier zusammen mit den Aufnahmen der Luftbildarchäologie 87 Hausgrundrisse und drei Siedlungen für den Zeitraum 975-850 v.Chr. Diese Untersuchungen werden bis heute fortgesetzt. Die originalen Funde aber auch die Rekonstruktion eines Dorfausschnittes werden im Freilichtmuseum Unteruhldingen in 300 m Entfernung zum Original gezeigt. Nach 150 Jahren Forschung in der Uhldinger Bucht sind zudem weitere 15 Siedlungen aus allen Phasen der Pfahlbauzeit am Bodensee aufgedeckt worden. Ziel des Freilichtmuseums Pfahlbauten in Unteruhldingen ist es, die meist unsichtbaren, fragilen und schützenswerten originalen Kulturreste durch Rekonstruktionen gegenüber der Bevölkerung sichtbar zu machen. Denn dieses neue Welterbe hat im Gegensatz zu allen anderen bestehenden ein gravierendes Handicap. Es liegt unter Wasser und ist nur im Tauchanzug mit Pressluftflaschen im Winterhalbjahr zu besichtigen. Die Aufgabe besteht darin, mit modernsten pädagogischen Methoden einen Zugang für alle zu den nicht anfassbaren Kulturgegenständen zu schaffen. Alte Technologie, altes Wissen und vergangene Lebensumstände werden im Museum Unteruhldingen seit 90 Jahren lebendig gemacht. Das Museum versteht sich als Vermittler von Informationen über die spannende Zeit der Pfahlbauten zwischen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit. Die Pfahlbauten von Unteruhldingen machen das schützenswerte Unterwassererbe mit den besten Mitteln wieder sichtbar.

PD Dr. habil. Gunter Schöbel

Direktor Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Uhldingen, Februar 2010



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Originale Pfahlbauten,Unteruhldingen 2010

    
Originale Pfahlbauten, Unteruhldingen 2010